Stell Dir einmal eine ganz einfache Frage und sei dabei ehrlich mit Dir selbst: Lebst Du gerade wirklich Dein Leben, oder lebst Du das, von dem andere irgendwann beschlossen haben, dass es Deins sein soll?
Die meisten Menschen, die wir begleiten, zucken bei dieser Frage kurz zusammen, weil sie die Antwort längst ahnen. Sie funktionieren nämlich tadellos und erfüllen alles, was von ihnen erwartet wird, und trotzdem sitzt da tief drin ein leiser Verdacht, dass dieses Leben eigentlich nie wirklich ihres war. Genau deshalb meldet sich irgendwann der Wunsch, endlich wieder selbstbestimmt zu leben, erst ganz leise und dann immer deutlicher.
Der Moment, in dem es kippt
Oft gibt es einen ganz konkreten Moment, in dem aus dem Verdacht eine Gewissheit wird. Manchmal ist es eine Krankheit oder eine Trennung, manchmal ein runder Geburtstag und manchmal einfach ein stiller Dienstagabend, an dem Dir klar wird, dass Du all die Jahre Ziele erreicht hast, die Du Dir selbst nie ausgesucht hast.
Du hast nämlich das Leben Deiner Eltern gelebt, das Leben Deiner Großmutter und das Leben, das Dein Umfeld für richtig hielt, und genau das ist der Teil, der wehtut: Du hast Dir selbst eingeredet, dass Du das auch so willst. Wenn Du Dich darin wiedererkennst, dann ist das kein Versagen, sondern einer der ehrlichsten und mutigsten Momente überhaupt, denn genau hier fängt etwas Neues an.
Selbstbestimmt leben heißt nicht, alles umzuwerfen
An dieser Stelle steckt das größte Missverständnis, denn viele glauben, selbstbestimmt leben bedeute, sofort den Job zu kündigen, auszuwandern oder das ganze Leben auf den Kopf zu stellen. Das stimmt aber nicht, weil Selbstbestimmung viel kleiner und viel früher beginnt, nämlich bei der schlichten Frage, ob eine Entscheidung wirklich Deine eigene ist.
Es ist sogar ein Grundbedürfnis des Menschen, aus eigenem Antrieb zu handeln statt nur zu erfüllen, und die Selbstbestimmungstheorie aus der Psychologie zeigt, wie eng Autonomie und Wohlbefinden zusammenhängen. Du musst Dein Leben also nicht sprengen, sondern darfst einfach anfangen, wieder bei Dir selbst nachzufragen.
Du bist nicht kaputt, sondern nur verschüttet
Es gibt ein Bild, das das wunderbar trifft. Michelangelo wurde nämlich gefragt, wie er aus einem hässlichen Marmorblock diese vollkommene David-Statue erschaffen konnte, und er antwortete, der David sei immer schon im Stein gewesen, sodass er nur den überflüssigen Stein habe wegnehmen müssen, der ihn verdeckte.
Genauso ist es auch mit Dir, denn Du musst Dich nicht neu erfinden und keine bessere Version von Dir werden. Der Mensch, der Du eigentlich bist, mit seinen Wünschen, seiner Lebendigkeit und deiner Richtung, ist längst da. Und dieser Mensch ist nur unter Jahren von Anpassung, Pflichten und Erwartungen verschüttet. Deine Aufgabe besteht deshalb nicht darin, etwas hinzuzufügen, sondern darin, wegzunehmen, was nicht zu Dir gehört.
Der erste Schnitt in den Marmor
Wegnehmen klingt nach einer großen Sache, doch der erste Schritt ist klein und sehr konkret. Nimm Dir einen Stift und beantworte ehrlich, was in Deinem Leben eigentlich gar nicht zu Dir gehört, sondern was Du übernommen hast, weil es von Dir erwartet wurde.
Schreib einfach auf, was hochkommt, also die Rolle, in die Du Dich hast drängen lassen, die Meinung, die nie Deine war, oder der Plan, den jemand anders für Dich hatte. Du musst davon noch nichts ändern, weil es zunächst reicht, es überhaupt zu sehen, denn was Du einmal klar erkannt hast, kann Dich danach nicht mehr unbemerkt steuern. Frag Dich deshalb bei der nächsten Entscheidung, ob Du das wirklich willst oder ob Du es nur tust, weil Du glaubst, Du müsstest, denn genau dieser kleine Unterschied ist der Anfang davon, wieder selbstbestimmt zu leben.
Und falls beim Schreiben spürbar wird, wie viel da unter dem Marmor liegt, und Du nicht allein hindurch willst, dann bist Du dafür genau richtig bei uns, nämlich in einem kostenfreien Magic Life Gespräch.
Es ist Dein Leben
Du darfst entscheiden, und zwar nicht morgen, nicht wenn die Kinder aus dem Haus sind und auch nicht, wenn es gerade besser passt, sondern als Haltung: Es ist Dein Leben, und deshalb bestimmst Du, wie es weitergeht.
Selbstbestimmt leben ist dabei keine große Geste, sondern die Summe vieler kleiner, ehrlicher Entscheidungen, bei denen Du wieder Dich selbst fragst statt die anderen. Und wenn Du danach den nächsten Schritt suchst, dann hilft Dir die Frage „Wie hätte ich es gern?“ weiter, weil sie Dich behutsam in genau diese Richtung führt. Denk immer daran, dass der David nicht darauf wartet, erschaffen zu werden, sondern nur darauf, endlich freigelegt zu werden.
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Lass uns gemeinsam wegnehmen, was Dich verdeckt, damit das sichtbar wird, was Du wirklich bist.
Alles Gute für DICH,
Alexander
